Kanufreizeit 2010
Samstag, 04. September 2010
Kanufahren und Zelten, Lagerfeuer und viel Spaß – die perfekten Zutaten für eine erlebnisreiche Jugendfreizeit. Jungs und Mädchen aus Neuenstadt konnten das erleben, im hohen Norden, in der holsteinischen Schweiz, von 16. bis 24. August 2010.



Vorfreude und viel Fleisch
Man nehme 16 Jugendliche, 1 Jugendleiter (alter Sack – für Insider), mindestens 20 vollgestopfte Müllsäcke (Gepäck), 6 Kanus, 3 Autos, 1 verrückte Maria, 1 Grill und Unmengen GRILLFLEISCH (für jeden Abend!) und Vorfreude auf eine Woche Anstrengung.
Mit den zugestopften Autos ging’s am Montag, 16.08. mit etwas (etwas viel) Verspätung los. Mit jedem einzelnen Kilometer wurde das Wetter besser und somit stieg auch die Lust & Laune auf die kommende Woche. Abends in Preetz angekommen (wir befinden uns noch in der Zivilisation) ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, indem wir gemeinsam beim berühmt-berüchtigten »Ali’s« Döner aßen.
Wasser ist nass
Am ersten Kanufahrtag wollte Javier uns nochmal schonen, weshalb unsere erste Kanufahrt etwas kürzer ausfiel. Das bedeutet aber nicht, dass wir am nächsten Morgen ohne Schmerzen aufwachten. Außerdem war die Nacht ein feucht-fröhlicher Spaß: Manche verbrachten die Nacht in einem nassen Zelt (Thomas, Thoren, Pit und Leon), andere vergaßen, ihr Zelt morgens beim Duschen gehen zuzumachen (Therese und Lea).
Auch der Morgen begann mit viel Regen. Aber kaum waren wir auf dem Wasser, kam auch schon die Sonne raus. Die ersten großen Seen eine Herausforderung, die wir aber alle gut meisterten. Als wir abends am Seehof ankamen, belohnte uns Grillmeister David mit knackigen Würstchen und saftigen Steaks. Der Besuch von Gabi und Johanna brachte zusätzlich Stimmung am Lagerfeuer, die auch der später einsetzende Regen nicht zerstören konnte.
Der lange Tag
Der Donnerstag war ein Highlight – nicht nur, weil wir von einer Campinggruppe aus Berlin mit unzähligen Lebensmitteln versorgt wurden, die normalerweise nicht im Budget waren, sondern auch wegen der Vorfreude auf die heutige lange und anstrengende Tour. Voll motiviert machten wir uns daran, den Großen Plöner See zu überwinden. Allerdings waren Siri und Melanie von den starken Wellen und den Herausforderungen der Paddeltechnik überfordert, so dass Siri zum zweiten mal getauft wurde. Kurz gesagt: das erste gekenterte Boot (Steuermann David Schulz, Siri Staab und Melanie aus dem Norden), nicht nur für uns, sondern auch für Javier – nach 14 Jahren Kanutouren! Vielleicht lag es ja auch an unserem Teamwechsel? Jedenfalls mussten wir die Fahrt abbrechen.
Trotz der starken Bewölkung gingen einige noch abends schwimmen. Der Schwimmplatz war zwar nicht besonders groß, aber das heißt nicht, dass wir die geniale Aussicht und das anschließende Lagerfeuer nicht genossen :-)
Als es dunkel wurden, machten wir uns mit der richtigen Ausrüstung, dem richtigen Schuhwerk (Lea mit FlipFlops) und einigen (viiiel zu wenigen) Taschenlampen auf, um die Landschaft (Wald der tausend Kreuzungen) zu erkunden, wobei wir von »Seeungeheuern« und »Waldmonstern« heimgesucht wurden, die plötzlich neben uns auftauchten und uns erschreckten. Endlich wieder zurück, hatten wir noch eine tolle Gemeinschaft am Lagerfeuer, nur ein paar von uns gingen schon früher schlafen.
Der zweite Versuch
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und paddelten wieder los. Dieses mal schafften wir alle den See vom gestrigen Tag, ohne zu kentern. Wir fuhren und fuhren und langsam mussten fast alle auf die Toilette. Nach langem Hinauszögern erlaubte Javier uns endlich Pause zu machen – direkt neben dem Fluss! Doch die Pause war nur kurz, unsere Hinterteile taten weiterhin weh, und Javier hat mit seinen tollen Scherzen einfach nur noch genervt... :-D
Endlich angekommen (nach einer langen, langen, langen, langen Fahrt) mussten wir mal wieder unsere Zelte aufbauen, einkaufen und mal wieder grillen (Würstchen und Steaks). Silvano, Angelika und Gabi machten mit uns zusammen Lobpreis und sangen in allen möglichen Sprachen, während die Jungs »Okey« spielten. Nach diesem LANGEN Tag fielen alle müde ins »Bett«.
Der Samstag war nicht sehr besonders – außer der Aktion von Javier und Thomas, die am Morgen Lea (ohne ihre Einverständniserklärung) ins kalte Wasser warfen. Nach dem Abbau des Lagers folgte noch die letzte kurze Strecke und ein letzter Teamtausch. An Land putzten wir die Kanus, verstauten unsere Sachen und dann ging’s im Auto auf zur Gemeinde.
Der Sonntag
Nach einem gemütlichen DVD-Abend fiel uns das frühe Aufstehen am nächsten Morgen für den Gottesdienst, den wir gestaltet haben, etwas schwerer. Der Gottesdienst selbst warsehr gelungen, von der Begrüßung über den Lobpreis bis zur Predigt von Javier.
Der Ausflug an die Ostsee reizte uns erst sehr, doch schon nach unserer Abfahrt und dem damit verbundenen Wetterumschlag (von Sonnenschein zu Hagel und Überschemmungsregen) sank unsere Lust. Und als dann auch noch der komplette Strand mit Steinen übersät war, zweifelten wir an dem anstehenden »tollen super genialen« Nachmittag mit Übernachtung. Natürlich gab es am Abend auch mal WIEDER etwas zu grillen (was sollte es auf einer Kanutour auch anderes zu essen geben). Das gemütliche Lagerfeuer beendete den langen Tag perfekt und spendete uns während der Nacht wenigstens ein bisschen Wärme (mehr oder weniger). Trotz Javiers Nachtschicht waren die meisten morgens sehr durchgefroren; nur einer ging trotz der eisigen Wassertemperaturen erstmal baden. Der Mittag fiel etwas unspektakulärer aus, was uns aber allen sehr zusprach: Einfach mal etwas Musik machen, Okey und Tischkicker spielen, oder schlafen ;-D!
Endlich wieder heim ins Trockene
Anstatt der ursprünglich geplanten Abfahrt um 10 Uhr ging es dann (zumindest für den einen Teil der Gruppe, die ohne Verletzten :-P) los Richtung Heimat. Völlig ausgepowert, übermüdet, voller blauer Flecken, ausgehungert (vor allem hinsichtlich GRILLFLEISCH), mit den Nerven am Ende und voller Hysterie auf das eigene, bequeme, warme, saubere, TROCKENE, kuschelige, normal riechende Bett, bewegten wir uns mit dem Kuli in der Hand und laufenden Motor in Richtung Süden. Nach unserem Zwischenstopp in Hamburg erreichte uns die Nachricht, dass die andere Gruppe im Krankenhaus ist, weil der Anhänger auf Joshis Fuß wollte. Die Sache verlief zum Glück sehr gut, und alle konnten das Krankenhaus schnell wieder verlassen (Joshi mit einem Stich).
Insgesamt hatten wir eine echt geniale Freizeit, Gemeinschaft, Sport :-D, tolle Landschaften und ’ne Menge Spaß. Wenn’s nach uns geht, kann die nächste Freizeit kommen!
Lea Däuber und Therese Ben Iman
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