Unterwegs in Albanien

Wer verreist, hat etwas zu erzählen, vor allem dann, wenn man etwas Neues erlebt. Und für alle, die dabei waren, war es der erste Besuch in Albanien. Hier einige Eindrücke.
Die Einfachheit des Glaubens
Was habe ich in Albanien gesehen? Viel Gebirge, zum Teil mit sehr hohen Bergen, und eine karge, einzigartige Landschaft. Die wilde Schönheit des Landes hat mich sehr erstaunt und fasziniert.
Und dann natürlich die Begegnung mit den Menschen. Ich war sehr betreten über die Armut – und gleichzeitig über den Wohlstand, der in diesem Land ebenfalls recht krass zum Vorschein kam. Ich habe gespürt, dass die Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen trotz ihren teilweise ärmlichen Verhältnissen sehr herzlich war. Vor diesem Hintergrund habe ich in diesen Tagen noch etwas erlebt: Die Einfachheit des Glaubens hat sich in meinem Herz festgemacht. Wir glauben oft viel zu kompliziert.
Ich bin sehr dankbar, dass ich Liebe für die Menschen in Albanien weitergeben und zeigen konnte.
Monika Juray
Das Land bewegt sich
Früher war Albanien das isolierteste Land Europas. Das hat sich definitiv geändert: Überall im Land sind westliche Produkte und Unternehmen präsent, Kanalisation und Kläranlage von Pogradec werden mit deutscher Hilfe modernisiert, Christen aus verschiedenen Ländern sind aktiv, aber auch arabische Länder, die viele Moscheeneubauten finanzieren, damit der Islam überall im Land sichtbar ist. Vor allem aber sind es Millionen von Auslandsalbanern z.B. in Deutschland und der Schweiz, in Italien und Spanien, die Albanien in Europa integrieren. Eines der eindrücklichsten Erlebnisse unserer Reise war für mich die Fahrt auf der Fähre, zusammen mit hunderten junger albanischer Familien – ruhige, zielstrebige Menschen, die an der Verbesserung ihrer Lebensumstände arbeiten; die mitten unter uns wohnen und arbeiten, deutsch sprechen und deutsche Autos fahren, und doch in Albanien oder im Kosovo verwurzelt sind.
Was mich noch bewegt hat: Als wir im Frühjahr anfingen zu beten, hat Gott gezeigt, dass er in Albanien etwas tun möchte, was er schon lange vorhat. Und als ich mich im Gebet auf die Reise vorbereitet habe, hat er mir seinen Wind gezeigt, der über das ganze Land geht, und dass wir uns wie Windkraftwerke einfach von ihm bewegen lassen sollen und dadurch seine Kraft freisetzen. Ich meine, diesen Wind in Albanien gespürt zu haben: Gottes Interesse an den Menschen und an Albanien als Land, dass er jetzt dabei ist, das Land zu verändern. Und dass er dafür in den nächsten Jahren auch uns gebrauchen möchte, mit unseren begrenzten Möglichkeiten – und mit dem, was er aus seinem Reichtum dazugibt.
Matthias Pommranz




