Der Gott, der Wunder tut

Nach monatelangen Vorbereitungen, Gebeten und einer Sammelaktion, an der sich viele Menschen beteiligt haben, fand von 9. bis 15. August 2010 unser erster Einsatz in Albanien statt. Nassim Ben Iman berichtet, wie es gelaufen ist.

Zu allererst möchte ich ganz herzlich allen Unterstützern für eure treuen und unermesslich wichtigen Gebete danken. Wie ihr in diesem Bericht lesen werdet, waren eure Gebete wichtig und wurden auf wunderbare Weise erhört. Mein Dank gilt natürlich auch allen, die für die Missionseinsatz gespendet haben. Danke auch allen Teilnehmern, die mich auf dieser Reise begleitet und mich unterstützt haben. Ihr wart ein klasse Team!



Ein Teil des Teams war mit einem Transporter unterwegs, um die persönlich gepackten Bananenkartons nach Albanien zu bringen. Die anderen Teammitglieder kamen mit dem Flugzeug nach. Wie von Gott erbeten, hatten wir eine gute und sichere Reise, trotz mancher Turbulenzen und Verzögerungen.

Gut durch den Zoll

Wir wussten, dass der albanische Zoll eine Hürde sein würde. Hier durften wir das Eingreifen Gottes, und somit das erste große Wunder erleben: In der Warteschlange vor unserem Transporter mit den Hilfsgütern fiel der Computer aus. Zeitgleich legten mehrere Fähren an und die Autos strömten in Massen auf die Zollbeamter zu. Nach guter südländischer Manier mit unbeschreiblichem Gedränge und einem unübertrefflichem Hupkonzert. Als unser Wagen an die Reihe kam, funktionierte der Computer plötzlich wieder, doch wegen des Durcheinanders und des Drucks der nachfolgenden Fahrzeuge winkten uns die Zollbeamten einfach durch, ohne die Frachtpapiere einzusehen.

Erst gestern erfuhren wir von einem Deutschen Missionaren, der seit 20 Jahren in Albanien lebt und auch selbst unzählige Male ähnliche Transporte durchführte, wie ungewöhnlich es ist, so problemlos die Grenze zu passieren – Dank sei Gott!

Kontakte von Herz zu Herz

Wir besuchten dann verschiedene Familien, zu denen wir zum Teil bereits im Frühjahr durch eine Vorbereitungsreise Kontakt geknüpft hatten. Wir konnten, nachdem wir noch vor Ort größere Mengen Lebensmittel (Öl, Zucker, Reis, Mehl, Nudeln, Kaffee) gekauft hatten, die liebevoll gepackten Bananenkartons zusammen mit den Lebensmitteln persönlich übergeben. Dabei kam es zu bewegenden Begegnungen, viele Tränen wurden vergossen und trotz aller sprachlichen Hindernisse gab es Kontakte von Herz zu Herz. Die Not, der wir begegneten,
konnten wir mit unseren Gaben nicht vollständig lindern, aber wir haben als Geschwister ein Zeichen der Liebe Gottes mitgebracht, miteinander gebetet und unsere Herzen mit diesem Land und mit seinem Volk verbunden.

Natürlich war es uns nicht möglich, alle Kartons persönlich zu überbringen. Die Gemeinde vor Ort wird diese Aufgabe in den nächsten Tagen für uns übernehmen.

Christen in Albanien

Wir erfuhren vor Ort von der Situation der Christen in Albanien, von der Radikalisierung der jüngeren Moslems, von den zehnmal eingeworfenen Fensterscheiben der christlichen Gemeinde, aber auch davon, dass zur Zeit viele Christen unterschiedlichster Konfessionen und Länder Albanien auf dem Herzen haben. Wir trafen Christen aus Österreich und den USA bei einem Straßeneinsatz, eine große Konferenz fand gerade statt, und die Firekids aus Nürnberg hatten einen Einsatz in Pogradec, bei dem ich auf einem öffentlichen Platz die Botschaft von Jesus predigen durfte. Ein Mitglied unseres Teams hatte seit zehn Jahren für ein junges Mädchen gebetet, das mitten im muslimischen Umfeld zu Jesus gefunden hatte, und durfte diese junge Frau das erste Mal in ihrem Leben persönlich kennenlernen.

Am letzten Tag waren wir gemeinsam im Gottesdienst, wo ich eine kurze Predigt halten durfte, bevor wir zum Flughafen eilen mussten. Ich habe die Geschwister in Albanien ermutigt, das einzusetzen, was sie haben, und sei es in unseren Augen noch so gering. Gott braucht nur unsere Entscheidung, sich von ihm gebrauchen zu lassen und nicht enorme Summen, große Namen oder vermeintlich »große« Gaben. Das Senfkorn, das eingesetzt wird, trägt größere Frucht als die »großen« Dinge, die nicht oder nur teilweise in Gottes Reich gegeben werden. Jeder kann sich von Gott dazu gebrauchen lassen, sein Volk in Freiheit zu führen. Wir durften neu verstehen, dass es nicht die Größe und Vollkommenheit der Gabe ist, sondern die Bereitschaft, etwas von dem zu geben, was man hat – in aller Schwachheit. In diesem Sinne wird sich auch der zukünftige Dienst in Albanien gestalten.

Vielen Dank für alle Unterstützung und jedes Gebet, wir sind dankbar um den Schutz und die Bewahrung. Danke für eure Treue und Gottes reichen Segen,

Euer Nassim Ben Iman