LEBENDIGES WORT

Jesus sagt seinen Jüngern: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.  (Johannes 15,5)

 
 

Leidenschaft statt Beengung

 

Da nun Jesus die Augen erhob und sah, dass eine große Volksmenge zu ihm kam, sprach er zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese essen können? Philippus antwortete ihm: Für 200 Denare Brot reicht nicht aus für sie, dass jeder von ihnen auch nur ein wenig bekommt!  
( Johannes 6,5+7 )

 

 

 

In diesem Text stellt Jesus eine Frage und Philippus gibt eine Antwort. Betrachten wir aber die Fragestellung, erkennen wir einen feinen Unterschied: Jesus fragte »Woher sollen wir das Brot bekommen« und nicht »Wovon sollen wir das Brot bezahlen«.

Auch wir agieren und argumentieren oft falsch, wenn Gott uns eine Aufgabe gibt. Gott will, dass wir uns mit dem Wesentlichen auseinander setzen: mit der Aufgabe, seinem Herzenswunsch, den er in unser Herz pflanzt. Wir aber reagieren oft wie Philippus: Welche Bedingungen, welche Zeit, wieviel Geld kostet es? Was habe ich zur Verfügung? Damit sind für uns die Umstände maßgebend, nicht der Herzenswunsch Gottes. Und so schlummern in unserem Herzen oft die Wünsche Gottes für unser Leben und kommen nicht zur Verwirklichung, weil unser Verstand mit seinen Erfahrungen die Leidenschaft Gottes in uns erlöschen lässt.

David fragte nicht, wie er Goliat besiegen sollte, ob er ihm hinsichtlich Größe, Erfahrung oder Waffen gewachsen war. Er fragte nur: »Wer ist dieser Unbeschnittene, der die Schlachtreihen des lebendigen Gottes beleidigt?« Mit dieser Leidenschaft war er frei, gegen Goliat anzutreten und ihn zu schlagen.

Ich wünsche uns, dass Jesu Leidenschaft unsere Herzen und Sinne erfasst, dass wir aus unserem Kerker von Erfahrungen, Vorurteilen und einem weltlich geprägten Verstand ausbrechen und Gottes Wege gehen, die er für uns hat.

In Jesu Liebe verbunden,

Javier Blancò Sánchez